Funktionsskizze Gunter-Quadrant
Zur Anwendung:
- Wir wollen die Sonnendeklination bestimmen, dazu benötigen wir zur Ermittlung der Uhrzeit.
Dazu den Faden auf den aktuellen Tag stellen (in den originalen Quadranten ist die Monatsskala noch stärker detailliert)
Danach schiebt man die Perle auf die 12 Uhr Kurve. Mit dieser
Perlenstellung kann man am linken Quadrantrand auf der Skala die
Sonnendeklination ablesen.
- Wir wollen die aktuelle Uhrzeit bestimmen, dazu
die Perle auf die aktuelle Sonnendeklination (links am Rand) einstellen
( 1 ), danach die Sonne über die Visierlinie anpeilen (aktuelle
Sonnenaltidute), kann an der Gradskala ( 2 ) unten abgelesen werden.
- für die Bestimmung der Uhrzeit ist der Schnittpunkt Perle -
Stundenkurve ( 3 ) wichtig. Verfolgt man die Stundenkurve nach rechts
oder nach links, erhält man in der Stundenskala die aktuelle
Uhrzeit Nachmittag oder Vormittag. In unserer Skizze z.B. 4 Uhr pm,
(entspräche 8 Uhr am). Wenn sich die Perle zwischen zwei
Stundenkurven befindet, muss man entsprechend approximieren.
Eine sehr anschauliche Darstellung (Java-Applet) findet man unter www.geoastro.de/gunter von Jürgen Giesen!
E

Der Gunter-Quadrant war aus Messing gefertigt, versehen mit filigranen, oft kunstvoll verschmückten Gravierungen.
Er hat die Form eines Viertelkreis, in dessen Mittelpunkt ein Seidenfaden mit kleinem Lot befestigt war.
Auf dem Seidenfaden konnte eine kleine Perle als Markierung verschoben werden.
Das Buch "500 Jahre Navigation" von Meyer-Haßfurther ist sehr zu empfehlen für den Überblick
über die Kunst der Herstellung und Anwendung von Navigationsgeräten aus den vergangenen Jahrhunderten.
Der Gunter Quandrant entspricht im Prinzip dem Ausschnitt aus einem Astrolarium, bezogen auf einen festen
Breitengrad.
Gunter's book lists some of these uses:
"to finde the day of the moneth
to finde the houre of the day.
to find
the beginning of day-breake, and end of twi-light
to find the houre of the
night by the stares
to find the houre of the rising and setting of the Sun,
and
thereby the length of the day and night"
Es ist faszinierend, mit welchen Hilfsmitteln sich die Seeleute vergangener Jahrhunderte an den natürlichen
Gegebenheiten "Sonne, Mond und Sterne" orientierten, um sicher über die Meere zu kommen!
Kamal-Holztäfelchen, Jacobstab (nicht nur für die Winkelmessung, sondern auch gut bei Entfernungsmessungen),
Quadranten, Astrolabien, Oktantan, Sextanten uvm.
Natürlich hat mich besonders der Gunter-Quadrant interessiert, schon wegen der Namensverwandtschaft. Aber
sein Name geht auf den englischen Mathematiker Edmond Gunter (1581 - 1626) zurück, also höchstwahrscheinlich
weder verwandt noch verschwägert.
Der Gunter-Quadrant war ein cleveres Meßinstrument, man könnte sagen die Taschenuhr des 17. Jahrhunderts, denn
vor allem zur Bestimmung der Tageszeit wurde er benutzt, aber viele Informationen mehr konnte man erhalten.
Der Gunter - Quadrant